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Wandern in Brandenburg: Unterwegs auf dem Gipfelstürmer von Falkenberg nach Bad Freienwalde

Wegweiser zum Gipfelstürmer in Falkenberg

Anzeige Gipfelstürmer. Ich gebe zu: Als ich den Namen des Wanderwegs zum ersten Mal gehört habe, war ich leicht verwundert. Denn beim Wandern in Brandenburg hätte ich kaum an richtige Berge gedacht. Schon eher kamen mir die Seen im Seenland Oder-Spree in den Sinn. Mein Wanderausflug in die Märkische Schweiz hat mich aber eines Besseren belehrt. Kondition solltest du also mitbringen, wenn du dich auf diesen Weg von Falkenberg nach Bad Freienwalde machst. Doch ich verspreche dir: Für die Anstrengung wirst du unterwegs auf jeden Fall belohnt.

Wissenswertes rund um den Gipfelstürmer in Brandenburg

Offiziell angegeben wird der Gipfelstürmerweg mit einer Gesamtlänge von 21,53 Kilometern. Für die Strecke sollten Wanderer etwa sieben Stunden Gehzeit einplanen. Je nach Kondition und Gehgeschwindigkeit oder der Anzahl der Pausen kann die Tour aber durchaus auch länger dauern. Denn zu bewältigen ist unterwegs immerhin ein Anstieg von insgesamt 909 Höhenmetern und der Abstieg von 853 Höhenmetern.

Informationstafel zum Gipfelstürmerweg

Alles über den Gipfelstürmer: Info-Tafel am Bahnhof Falkenberg

Start der Wanderung ist in Falkenberg in der Nähe des Bahnhofs. Das Ziel liegt in Bad Freienwalde am Fuß des Galgenberges. Die digitale Karte zum Weg findest du in der Activoo-App unter dem Tour-Code 1878. Herunterladen kannst du sie entweder im Google Play Store oder im App Store von Apple. Und wem die Gesamtstrecke der Tour zu lang ist, findet unterwegs auch mehrere Möglichkeiten abzukürzen.

Anreise
Da es sich beim Gipfelstürmerweg um eine Streckenwanderung handelt, empfehle ich die Anreise mit dem Zug. Von Berlin erreichst du die Bahnhöfe Falkenberg (Mark) und Bad Freienwalde mit dem RB 60 stündlich mit Umsteigen in Eberswalde. Die Fahrzeit von Berlin-Alexanderplatz beträgt eine gute Stunde. Für die einfache Fahrt bezahlst du als Erwachsener 7,40 Euro.

Zur Wahl: Schönster Wanderweg Deutschlands 2021

In diesem Jahr nimmt Bad Freienwalde mit seinem Gipfelstürmer an der Publikumswahl zu Deutschlands schönstem Wanderweg teil. Das Wandermagazin vergibt diese Auszeichnung jedes Jahr in den Kategorien Mehrtageswanderungen und Tagestouren. Bis zum 30. Juni 2021 kannst du dort noch deine Stimme abgeben und tolle Preise gewinnen. Hier geht es zur Abstimmung.

blühender Ginster beim wandern in Brandenburg

Farbenfroh: wenn der Ginster blüht

Von Falkenberg zum Bismarckturm

Am Bahnhof Falkenberg entdecke ich gleich den ersten Hinweis auf den Gipfelstürmer. Ganz in der Nähe ahne ich dann schon, was mich auf der Wanderung erwartet. Denn hier zweigt der Weg ab hinauf zum alten Cöthener Park. Im uralten Buchenwald bin ich fast alleine unterwegs. Und so genieße ich die Ruhe, die nur durch das Zwitschern der Vögel unterbrochen wird.

Martina an einem Baumstamm, der auf dem Weg liegt

Wenn mitten im Wald ein Hindernis auftaucht

Pilze an einem Baumstamm

Entdeckungen am Weg

In einer großen Runde führt mich der Gipfelstürmer schließlich kurz zur Ortsstraße zurück, bevor es vorbei am Fontane-Gedenkstein und einem idyllischen Teich Richtung Märkischer Bergwanderpark geht. Durch den sonnigen Laubwald steige ich hoch zum Barnimer Kammweg und wandere auf weichem Waldboden bis zum Hinweis auf ein Highlight der Tour: Ein kleiner Abstecher von knapp 500 Metern bringt mich von dort zum Bismarckturm.

Fontane-Gedenkstein in Falkenberg

Ein Gedenkstein als Hinweis: Fontane war auch schon hier.

Teich in Falkenberg

Idyllischer Teich in Falkenberg

Der Bismarckturm ist rund 28 Meter hoch und befindet sich auf dem Schlossberg. Der Grundstein zu dem hübschen Backstein-Bauwerk wurde 1895 am 80. Geburtstag seines Namensgebers Otto von Bismarcks gelegt. Erbaut wurde er auf den Grundmauern der historischen Burg Malchow. Ein paar Reste des Mauerwerks sind noch heute zu erkennen. Besonders schön ist aber die Aussicht, die weit über das Oderbruch reicht.

Blick hoch zum Bismarckturm mitten im Wald

Bismarckturm: einmal Rundumsicht, bitte.

Reste der Grundmauern der Ruine von Burg Malchow

Was von der Burg Malchow übrig blieb

Kosten
Der Aufstieg auf den Bismarckturm – wie auch auf die anderen Türme an der Wanderstrecke – kostet 2 Euro (Erwachsene). Willst du alle Türme besteigen, nimmst du am besten das Turm-Diplom-Ticket zum Preis von 6 Euro (Erwachsene).

Vom Bismarckturm bis zum Thüringer Blick

Zurück auf dem Hauptweg wartet schon bald ein weiterer Höhepunkt der Wanderung – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn ich stehe vor dem Gipfelkreuz des Märkischen Watzmanns. Immerhin 1.062 dMeter ist er hoch, was bei einer kleinen Wandergruppe zu leichter Irritation führte. Geflissentlich hatten die vier nämlich das „d“ bei der Höhenangabe übersehen. Ob hier in Brandenburg oder der große Bruder in Berchtesgaden – es ist nicht bekannt, wer als erster den Namen trug. Sicher ist nur, dass bayrische Landsknechte von der Burg Malchow ihre Hände bei der Namensvergabe im Spiel hatten.

Gipfelkreuz des Märkischen Watzmanns

Echt mit Gipfelkreuz: der Märkische Watzmann

Höhenangabe auf dem Gipfelkreuz des Märkischen Watzmanns

Zum Beweis: die Eckdaten vom Märkischen Watzmann

Weiter führt mich der Weg durch den sattgrünen Wald in einem stetigen Auf und Ab. Dazu gehört auch eine kleine Extrarunde durch die schöne Ahrendskehle. Angekommen am idyllischen Teufelssee nehme ich mir dann die Zeit für eine gemütliche Rast. Ein paar Enten drehen ihre Runden im Wasser und lassen sich nicht von mir stören. Und dass auch Biber sich hier heimisch fühlen, kann ich an den Nagespuren der Baumstämme deutlich erkennen.

ein paar Steine auf dem Gipfelstürmerweg

Wandern in Brandenburg heißt, die Ruhe im Wald genießen.

Baumstumpf am Wegrand

Überall sattes Grün

Teufelssee in der Märkischen Schweiz

Mitten im Wald: der Teufelssee

Frisch gestärkt mache ich mich schließlich auf in Richtung Thüringer Blick. Hatte ich mich vorher noch gefragt, wie der Aussichtspunkt wohl zu seinem Namen gekommen ist, beantwortet sich diese Frage vor Ort wie von selbst. Denn der Ausblick über die hügelige Landschaft vermittelt einen Hauch von Mittelgebirgsfeeling. Zu erahnen sind in der Ferne sogar die beiden Schiffshebewerke in Niederfinow.

Löwenzahn im Wald

Kurz vorm Thüringer Blick: Noch ist sie da, die Frage zum Namen.

Hinweistafel am Thüringer Blick des Gipfelstürmerwegs

Für Aufklärung ist gesorgt: Hinweistafel zum Thüringer Blick

Blick auf die hügelige Landschaft am Thüringer Blick

Einmal den Blick schweifen lassen…

Wandern in Brandenburg: Die nächsten Türme warten

Passend zur Jahreszeit komme ich auf dem Weg zum zweiten Turm der Wanderung an einem großen Feld blühender Maiglöckchen vorbei. Kurz bevor ich zur Bundesstraße hinabsteige, erwartet mich dann der hölzerne Eulenturm. Er steht im Garten des Hauses der Naturpflege. Dort ist übrigens auch die Naturschutzeule entstanden, die du vermutlich als Hinweisschild aus den Naturparks kennst.

Maiglöckchen am Weg

Maiglöckchen: passend zum Wandermonat

Mich zieht es jedoch weiter in den Papengrund. Was dort auf mich wartet, werden viele in der Märkischen Schweiz kaum vermuten: Deutschlands nördlichste Skisprungschanzen. Die mit 38 Metern größte von ihnen wurde 2017 nach dem Olympiasieger Helmut Recknagel benannt. Und ihr Turm ist nicht nur die Nummer drei von vier auf dem Gipfelstürmer. Wer die 112 Stufen hochsteigt, bekommt auch einen Eindruck, wie ein Skispringer sich vor dem Start fühlen mag. Nach langer Pause finden übrigens seit einigen Jahren hier wieder Wettbewerbe – sogar mit internationaler Beteiligung – statt.

Skisprungschanzen im Papengrund Bad Freienwalde

Skispringen in Bad Freienwalde: Wer traut sich?

Die letzte Etappe: Auf zum Galgenberg

Sportlich aktiv werde ich dann selbst auf dem letzten Teilstück des Gipfelstürmers. Vor dem nächsten Aufstieg warten am Gesundheitsweg nämlich neben einem Barfußweg auch ein paar Trimm-Dich-Geräte. Zum Glück bleibt mir aber noch Kondition genug für die folgenden 225 steilen Stufen hoch zur Brunnenkapelle. Vor dem halboffenen Backsteingebäude aus dem Jahr 1887 bietet sich mir eine schöne Aussicht auf das Kurgelände. In früheren Zeiten wurde dort an jedem 7. Juni ein Kreuz zu Ehren von König Friedrich Wilhelm III erleuchtet. Seit DDR-Zeiten ist dies jedoch verschwunden.

Barfussweg im Kurbereich Bad Freienwalde

Und jetzt Schuhe aus und eine Runde über den Barfussweg.

Trimm-Dich-Geräte im Kurbereich Bad Freienwalde

Und noch etwas für die Fitness tun…

Stufen hoch zur Brunnenkapelle

Nicht ganz ohne – die Stufen hinauf zur Brunnenkapelle

Brunnenkapelle in Bad Freienwalde

Ungewöhnlich: die halboffene Brunnenkapelle

Für mich geht es durch den Wald nun dem Ziel des Gipfelstürmerwegs entgegen. Auf dem Galgenberg erreiche ich den Aussichtsturm, der leider zurzeit restauriert wird. Gebaut wurde er vor 140 Jahren als Kriegerdenkmal. Eine Gedenktafel weist heute noch darauf hin. Ich genieße hier aber vor allem die Aussicht auf Bad Freienwalde und denke an die Highlights des Wandertages zurück. Mein Fazit: So viel Auf und Ab hätte ich beim Wandern in Brandenburg nicht erwartet. Aber es lohnt sich und ist zur Nachahmung empfohlen.

Ausblick vom Galgenberg auf Bad Freienwalde

Blick auf Bad Freienwalde

Aussichtsturm auf dem Galgenberg

Normalerweise der letzte Turm auf dem Weg zum Turm-Diplom

Gedenktafel am Aussichtsturm auf dem Galgenberg

Gedenktafel am Aussichtsturm

Was du beim Wandern in Bad Freienwalde nicht versäumen solltest

Das Turmdiplom aus der Märkischen Schweiz

Auf vielen Abschnitten teilt sich der Gipfelstürmer den Weg mit anderen Routen. Neben dem Fontaneweg ist das vor allem der Turmwanderweg. Und diese Tour hält ein besonderes Highlight für dich bereit: das Turmdiplom. Alles, was du dafür tun musst, ist: Die vier Türme auf deinem Weg besteigen – wobei du zurzeit von einem kleinen Bonus profitierst. Denn solange der Aussichtsturm auf dem Galgenberg restauriert wird, reichen drei.

Am ersten Turm – oder vorab in der Tourist-Information Bad Freienwalde – holst du dir das Turm-Diplom-Ticket. Für jeden bestiegenen Turm gibt es dann als Beweis einen Stempel auf die Stempelkarte. Hast du alle komplett, wartet in der Tourist-Information dein Turm-Diplom auf dich. Und das Beste: Zusätzlich nimmst du an der großen Verlosung zu Beginn der neuen Wandersaison teil.

Rundgang durch die älteste Kurstadt in Brandenburg

Kuren hat im Moorheilbad Bad Freienwalde eine lange Tradition. Schon im 17. Jahrhundert begann dort die Bädertradition. Auf dem Weg durch das Kurviertel fühle ich mich beim Anblick der schönen Villen tatsächlich ein wenig zurückversetzt in eine andere Zeit.

Streetart in Bad Freienwalde

Wenn Streetart in eine andere Zeit entführt

Doch auch die hübsche Innenstadt rund um den Marktplatz lohnt einen Blick. Schön anzusehen ist das klassizistische Rathaus aus dem Jahr 1855. Ebenfalls historisch geht es auf der anderen Seite des Marktes zu. Denn dort steht eines der ältesten Museen Brandenburgs: das Oderlandmuseum. Neben der Geschichte von Bad Freienwalde erfahren Besucher Interessantes zur Besiedelung des Oderbruchs. Dazwischen befindet sich die Stadtkirche St. Nikolai. Zu bewundern ist darin ein rund 800 Jahre alter Taufstein, der damit der vermutlich zweitälteste in der Mark Brandenburg ist.

Rathaus von Bad Freienwalde

Das Rathaus von Bad Freienwalde

Kirche St. Nikolai in Bad Freienwalde

St. Nikolai

das Oderlandmuseum in Bad Freienwalde

Oderlandmuseum: Wer mehr über die Region erfahren will, ist hier richtig.

Ich wünsche dir allzeit schöne Wandererlebnisse

Warst du schon mal in Bad Freienwalde oder in der Märkischen Schweiz? Welche Tipps hast du für Unternehmungen dort? Schreib mir gerne deine Tipps und Anregungen in die Kommentare. Ich bin schon sehr gespannt.

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Auf dem Gipfelstürmer war ich auf Einladung der Bad Freienwalde Tourismus GmbH unterwegs. Inhalt und Umfang meines Beitrags bleiben davon jedoch genauso unbeeinflusst wie meine Meinung. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle für das schöne Wandererlebnis.

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Kategorie: Aktivreisen, Brandenburg, Deutschland, Wandern

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Ich bin Martina und für mich zählen Reisen und kulinarische Genüsse zu den schönsten Dingen der Welt. Hier auf Places and Pleasure teile ich mit euch meine Erlebnisse und Erfahrungen rund ums Reisen. Außerdem erfahrt ihr gute Adressen und lernt leckere und interessante Produkte kennen.

2 Kommentare

  1. Myriam sagt

    Hallo Martina,

    vielen Dank, dass du meine Heimat so schön präsentiert hast.
    Hab erst die Tage mit einer Schulfreundin geschrieben, dass wir unsere Heimat nicht besonders geschätzt haben als wir noch zu Schule gingen. Lang vielleicht daran, dass die Provinz für uns zu langweilig war und es uns eher in die Großstadt Berlin zog. Aber mittlerweile sind wir Mitte 30 und kommen sehr gern wieder zurück nach Bad Freienwalde. :)

    Ich war zuletzt über Pfingsten dort und habe auch einen Rundgang durch Bad Freienwalde gemacht und war auch an der Kurfürstenquelle im Moorbad.

    Liebe Grüße

    Myriam

    • Martina Schäfer sagt

      Hallo Myriam,
      wahrscheinlich ist das normal, dass man die Heimat erst später schätzt. Mir geht es jedenfalls genau wie dir und ich kehre inzwischen auch immer wieder sehr gerne zurück.

      Bad Freienwalde ist wirklich ein sehr schönes Städtchen. Und die Wandermöglichkeiten dort haben mir sehr gut gefallen. Ich bin sicher, dass es mich künftig aus Berlin auch mal zum Wochenendausflug dorthin ziehen wird.

      Liebe Grüße
      Martina

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