Reisen

Meine 5 Highlights in Apulien

Restaurant in Polignano a Mare


Apulien, gelegen am Absatz des italienischen Stiefels. Weiße Dörfer, Stadtpaläste erbaut aus dem dort typischen Sandstein, wunderschöne Küstenabschnitte und gastfreundliche Menschen. Vor vier Jahren habe ich die Region im Süden von Italien kennen- und schätzengelernt. Dreimal waren wir seitdem schon dort. Insgesamt weit über 2.000 km haben wir mit dem Mietwagen zurückgelegt und die Gegend erkundet. Fünf meiner Highlights in Apulien stelle ich euch hier vor:

Alberobello – Stadt der Trulli

die Trulli von Alberobello
Trulli – diese merkwürdigen knubbeligen Häuschen kannte ich schon aus Reiseführern und dem Katalog. Und die wollte ich unbedingt einmal live sehen. Also fuhren wir nach Alberobello, das Städtchen der Trulli. Als wir ankamen, war ich zuerst etwas enttäuscht. Denn schon bei der Anfahrt hatten wir zwar den einen oder anderen Trullo gesehen, die Stadt selbst schien aber aus ganz normalen Häusern zu bestehen. Bis – ja bis wir um die Ecke bogen und das richtige Stadtviertel erreichten. Da standen sie also in großer Zahl, diese kleinen, meist runden, weiß gestrichenen Häuschen mit dem typischen kegelförmigen Dach. Wow, ein tolles Bild.

Alberobello - Sträßchen inmitten der Trulli
Die Trulli sind heute noch bewohnt. In einigen befinden sich Restaurants oder kleine Souvenirläden. Und drinnen wirkt es tatsächlich richtig gemütlich. Als Vorbild für die putzigen Häuschen dienten Hirtenhütten. Doch was mich besonders beeindruckt hat, war dieses komplette Stadtbild aus Trulli. Denn in der gesamten Region Apulien findest du zwar immer wieder mal einen Trullo, aber keinen ganzen Stadtteil aus diesen Häuschen wie in Alberobello.

Alberobello - Blick über die Dächer der Trulli
Entstanden sind die vielen Trulli übrigens aus einer List heraus. Denn im 17. Jahrhundert kostete die Gründung einer neuen Ortschaft Geld. So wollten es die Regeln im Königreich Neapel. Um dies zu umgehen, ordnete der Feudalherr der Gegend die Trulli-Bauweise an. Da die Dächer ohne Mörtel aufeinander geschichtet wurden, ließen sie sich schnell wieder abreißen. Kamen dann die Geldeintreiber aus Neapel, fanden sie nur Häuser mit halben Wänden vor. Und diese konnten doch schließlich nicht als Ortschaft durchgehen, oder?

Heute gehört Alberobello zum UNESCO-Weltkulturerbe. Es empfiehlt sich im Übrigen, früh vor Ort zu sein, wenn du einigermaßen in Ruhe durch die Gassen bummeln willst. Die Stadt gehört zur Provinz Bari und liegt etwa auf halben Weg zwischen Brindisi und Bari im Landesinnern.

Castel del Monte – Die magische Acht

vor dem imposanten Bauwerk
Geschichte ist bei uns das Spezialgebiet meines Partners. Und schon vor unserer Abreise nach Apulien hatte er mir immer wieder von der Bedeutung Castel del Montes auch für die deutsche Geschichte berichtet. Deshalb war natürlich klar: Da müssen wir hin, auch wenn es von unserem Hotel bei Mesagne etwa 180 km entfernt liegt. Und ich kann nur sagen: Es hat sich gelohnt.
Castel del Monte ist mehr als eine Burg. Dieses Kastell ist mystisch, voller Magie und geprägt von der Zahl Acht. Nicht nur das Gebäude selbst ist achteckig. Zu ihm gehören acht ebenfalls achteckige Türme. Der Innenhof bildet ebenfalls ein Achteck und im Inneren befinden sich jeweils acht Säle auf zwei Etagen. Hierin liegt auch die Mystik von Castel del Monte. Schließlich steht die Acht für das kosmische Gleichgewicht, der Verbindung zwischen Kreis und Quadrat oder Himmel und Erde.

Verzierungen im Innern
Das Gebäude thront von weithin sichtbar auf einer Anhöhe und ist nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Schon seine Lage und die Bauweise hat etwas Faszinierendes. Dazu kommt seine geheimnisvolle Geschichte. Denn wofür Stauferkaiser Friedrich II. Castel del Monte im 13. Jahrhundert erbauen ließ, ist bis heute unbekannt. Entsprechend zahlreich sind die Spekulationen.
Castel del Monte gehört heute ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe. Entdecken kannst du das Kastell übrigens auch auf der italienischen 1-Cent-Münze.

Eingangstreppe mit Portal

Grotte di Castellana – Unterirdische Faszination

Formationen in der Höhle
Draußen eine Temperatur von 38 Grad, drinnen nur etwa 18 Grad – wenn das mal kein krasser Gegensatz ist. Gut, dass wir für unseren Ausflug eine Jacke mitgenommen hatten, auch wenn wir uns dabei erst einmal komisch vorkamen. Aber für den Rundgang durch die Grotte di Castellana hat es sich wirklich bewährt.

rot schimmernde Grotte
In der Vergangenheit hatte ich zwar schon die eine oder andere Höhle besichtigt. Aber die Grotte di Castellana fand ich dennoch sehr beeindruckend. Die verschiedenen Formationen aus Kalkstein und die unterschiedlichen Farbgebungen in den einzelnen Bereichen der Höhle regen wirklich die Fantasie an. Gefühlt gab es dabei hinter jeder Biegung etwas Neues zu entdecken. Faszinierend ist, welche Formen das Gestein über die Zeit angenommen hat – von Tieren bis zu Bauwerken glaubt man alles Mögliche zu erkennen.

im Innern der Grotte di Castellana
Wählen kannst du dort zwischen zwei geführten Rundgängen. Der eine ist etwa einen Kilometer lang und dauert gut 50 Minuten. Der zweite führt über drei Kilometer durch die Höhle und du musst etwa zwei Stunden einplanen. Weil wir nicht so lange auf den Beginn der nächsten Komplettführung warten wollten, hatten wir uns für den kürzeren Rundgang in italienischer Sprache entschieden. Trotzdem haben wir einen sehr guten Überblick über die Grotte di Castellana bekommen und waren begeistert.

Beeindruckend sind übrigens auch die Daten und Fakten zur Höhle: So reicht der Beginn ihrer Entstehung bis an die 90 Millionen Jahre zurück. Dabei führt dich die Wanderung durch die Grotte di Castellana bis in eine Tiefe von 70 Metern. Der Eintritt für die kurze Führung kostet für Erwachsene 12 Euro, für die komplette 16 Euro (Stand Juli 2016).

Ostuni – Die weiße Stadt

Säule in Ostuni
Weiße Häuser, schmale Gässchen, kleine Läden mit typischen Produkten der Region – das gehört zu meiner Vorstellung vom sonnigen Süden. Und in der Altstadt von Ostuni fand ich mal wieder einen Prototyp dafür.

Dom mit Rosette
Das Städtchen wird auch die weiße Stadt genannt und vermittelt echt italienisches Flair. Der Eingang zur Altstadt liegt an der Piazza della Libertà mit ihrer markanten Säule in der Mitte. Von dort haben wir uns durch die schmalen Gassen treiben lassen. Neben den zahlreichen Souvenirläden mit dem üblichen Krimskrams haben wir dabei echte Entdeckungen gemacht: schöne handwerklich gefertigte Tierfiguren aus Sandstein und Schmuck, wunderbare Seidenkleider sowie Leckereien aus der Region. Schade oder ein Glück, dass das Freigepäck der Airlines hier Grenzen für den Einkauf setzt.

ein Abbild der Seufzerbrücke in Ostuni
Sehenswert in Ostuni sind außerdem die Kathedrale und die Barockkirche Santa Maria Maddalena. Und ein Genuss war der Joghurt mit frischen Früchten oder mit Nüssen und Honig im Café in Sichtweite der Kathedrale. Wunderbar war es, dort einfach nur zu sitzen und auf den Trubel drumherum zu schauen.

Polignano a Mare – Auf Felsen ins Meer gebaut

die Altstadt ragt ins Meer
Wenn ich an die Altstadt von Polignano a Mare denke, staune ich immer noch, wie die Häuser hier auf Felsvorsprüngen ins Meer hineinragen. Einen herrlichen Blick hierauf bieten immer wieder kleine Ecken und Aussichtspunkte am Ende der schmalen Gassen. An einer Seite schaust du übrigens auch auf den Strand, der eine hervorragende Wasserqualität bietet.

Hauptplatz in der Altstadt von Polignano a Mare
Auch wenn Polignano a Mare keine besonderen Sehenswürdigkeiten bietet, gefällt mir die Atmosphäre dort. Enge Gässchen, kleine Läden, viel Trubel und gastfreundliche Menschen. Gleich bei unserem ersten Besuch dort haben wir einen kleinen Tante-Emma-Laden mit Köstlichkeiten aus der Region entdeckt. Sehr hilfsbereit erklärte uns die Inhaberin die Besonderheiten. Dabei fanden wir einen äußerst leckeren Wein und köstliche Nudelsaucen.

Durchgang in den Gassen von Polignano a Mare
Unbedingt essen möchte ich irgendwann einmal im Restaurant Grotta Palazzese. Dort sitzt du direkt oberhalb des Meeres in einer Höhle. Von verschiedenen Aussichtspunkten hatten wir einen schönen Blick auf die Tische im Restaurant. Wie man uns gesagt hat, muss man dort jedoch langfristig vorab reservieren. Außerdem ist es recht luxuriös.

Warst du schon in Apulien? Wenn ja, was sind deine Highlights dort? Ich bin schon gespannt auf deine Tipps in den Kommentaren.

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Ich bin Martina und für mich zählen Reisen und kulinarische Genüsse zu den schönsten Dingen der Welt. Hier auf Places and Pleasure teile ich mit euch meine Erlebnisse und Erfahrungen rund ums Reisen. Außerdem erfahrt ihr gute Adressen und lernt leckere und interessante Produkte kennen.

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