Reisen

Castel del Monte in Apulien: Im Zeichen der Acht

unterhalb des Castel del Monte


Castel del Monte – mystisch, magisch, keine Burg wie jede andere. UNESCO-Welterbe seit 1996. Ein Kastell, bei dem die Zahl Acht eine entscheidende Rolle spielt. So hatten wir es in Reiseführern über Apulien gelesen. Und so kannten wir es schon aus Geschichtsbüchern. Gerne wollten wir uns daher persönlich von der Wirkung dieses Ortes überzeugen. Immerhin ließen sich die 183 Kilometer einfache Strecke von unserem Hotel Tenuta Moreno dorthin gerade noch so in einem Tagesausflug schaffen. Übrigens: Castel del Monte könnt ihr auf der Rückseite der italienischen 1-Cent-Münze entdecken.

Fahrt zum Castel del Monte

Ausblick vom Castel del Monte
Das Castel del Monte befindet sich im Nationalpark Alta Murgia und liegt gut 50 Kilometer von Bari entfernt. Der Weg dorthin ist gut ausgeschildert und führt durch eine zuerst karge dann Pinien bestandene leicht hügelige Landschaft. Eine kurze Information zur Anreise findest du auf Wikivoyage. Eine überraschende Entdeckung machten wir übrigens gleich bei der Anfahrt: Auf dem Weg zum Kastell gibt es Schneekettenpflicht. Und so haben wir gleich gelernt: In Süditalien kann es im Winter tatsächlich schneien. Aber zum Glück waren wir im heißen Juli dort.

Durch seine Lage auf einer Anhöhe hatten wir unser Ausflugsziel schon sehr früh als ständigen Wegweiser vor Augen. Mit jedem Kilometer, den wir näher kamen, wurde das Bild klarer und die Burg größer – bis sie erst einmal wieder durch den Pinienwald verschluckt wurde und aus unserem Blickfeld verschwand. Umso beeindruckter waren wir schließlich, als wir vor dem imposanten Gemäuer standen. Doch vor diesem Erlebnis wartete zunächst noch ein kurzer Fußmarsch auf uns. Denn das letzte Stück des Weges ist autofrei. Direkt unterhalb der Burg befinden sich aber ausreichend – gebührenpflichtige – Parkplätze. Dort hat uns die nette Kassiererin gleich noch mit ein paar Tipps versorgt. Und Getränke verkaufte sie auch.

am Wegesrand hoch zum Castel del Monte

Nachdem wir also unseren Mietwagen abgestellt hatten, machten wir uns auf den Weg. Wir stiegen durch ein Pinienwäldchen die letzten Meter hoch zur Burg. Und trotz der knapp 40 Grad, die an diesem Tag dort herrschten, war der Weg gut zu laufen. Immerhin lag die Belohnung direkt vor uns: das Castel del Monte. Wow!

vor dem imposanten Bauwerk

Geschichte des Castel del Monte

Erbaut wurde die Burg im 13. Jahrhundert vom Stauferkaiser Friedrich II. mit für die Region typischen sandfarbenen Kalksteinen. Wozu der Kaiser sie genau nutzen wollte, ist nicht bekannt. Entsprechend zahlreich sind hier die Vermutungen. Vom Jagdschloss bis hin zur Aufbewahrungsstätte für den Staatsschatz oder einfach als Symbol für Macht, Kultur und Wohlstand wird spekuliert. Auch wenn das Kastell als Lieblingssitz seines Erbauers bezeichnet wird, so ist auch das nicht gesichert. Denn erst 1250 nach zehn Jahren Bauzeit wurde es vollendet. Doch genau in diesem Jahr starb auch Friedrich II.

Das Bauwerk von außen

Eingangstreppe mit Portal
Weitere Geheimnisse ranken sich um die Form des Gemäuers. Denn charakteristisch für Castel del Monte ist die Acht. Das Gebäude ist in Form eines Oktogons errichtet. Dazu gehören acht Türme, die wiederum ein Achteck formen. Das Gleiche gilt für den Innenhof. Viele sehen darin etwas Mystisches. Schließlich steht die Acht für das kosmische Gleichgewicht, der Verbindung zwischen Kreis und Quadrat oder Himmel und Erde. Interessant außerdem: Das Gebäude wurde exakt nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet.

verziertes Fenster
Bögen und Fenster im Innenhof

… und von innen

Verzierungen im Innern
Bögen im Innenraum
Im Inneren von Castel del Monte bewunderten wir die zahlreichen Bögen an Fenstern und Wänden sowie die Verzierungen aus rotem und weißem Marmor. Wir wandelten durch die jeweils acht Säle auf den beiden Etagen und schauten immer wieder aus den wenigen Fenstern. Zum Innenhof ging der Blick Richtung Himmel – selbstverständlich in Form eines Achtecks. Auf der anderen Seite sahen wir weit in die Landschaft.

Innenhof gen Himmel
Blick in die Landschaft

Fazit

Genau diesen Ausblick genossen wir auch noch einmal bei einem Rundgang um das Gebäude, bevor wir uns dann auf den Rückweg zu unserem Hotel in der Nähe von Mesagne machten. Unser Fazit des Tages: Ein sehr gelungener Ausflug zu einem faszinierenden Bauwerk.

Wart ihr auch schon einmal in Castel del Monte? Wie hat es euch gefallen?
Ich freue mich auf deine Erlebnisse, Fragen, weitere Tipps und mehr in den Kommentaren.

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Ich bin Martina und für mich zählen Reisen und kulinarische Genüsse zu den schönsten Dingen der Welt. Hier auf Places and Pleasure teile ich mit euch meine Erlebnisse und Erfahrungen rund ums Reisen. Außerdem erfahrt ihr gute Adressen und lernt leckere und interessante Produkte kennen.

1 Kommentar

  1. Pingback: Tenuta Moreno - Landhotel in Apulien

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