5 Rügen-Highlights im Herbst


Rügen – eine der Badewannen der Berliner. Aber wer wie wir bisher immer im Herbst – und manchmal sogar erst im Advent – auf der Insel war, muss sich andere Erlebnisse und Aktivitäten suchen als das Bad in der Ostsee. Für mich als sogenannter „Fröstel“ ist die Ostsee um diese Jahreszeit zum Baden definitiv zu kalt – es sei denn, zur Abkühlung nach der Sauna. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nach drei Jahren Pause waren wir in diesem Jahr Ende Oktober für eine knappe Woche auf Rügen. Wir wollten entspannen und ein wenig die Insel erkunden. Und auch wenn das Wetter sich leider nicht von seiner besten Seite zeigte, haben wir dennoch einiges entdeckt. Meine 5 Rügen-Highlights im Herbst stelle ich euch hier vor:

Kap Arkona, Putgarten und die Leuchttürme

Schon auf dem Parkplatz vor Putgarten machte uns die stramme Brise klar, dass wir an der nördlichsten Spitze Rügens angekommen waren. Auf dem Fußweg zum Ortszentrum und weiter hin zu den Leuchttürmen wurden wir dann richtig durchgepustet. Aber trotzdem hat sich der Ausflug gelohnt. Denn die Aussicht von den Leuchttürmen und vom Peilturm auf Kap Arkona ist herrlich. Bei gutem Wetter siehst du natürlich noch deutlich weiter – sogar bis zur dänischen Insel Mon.

die beiden Leuchttürme von Kap Arkona
Peilturm, Leuchtfeuer und Leuchttürme auf Kap Arkona

Heraufklettern kannst du übrigens auf alle drei Türme. Im kleineren alten Leuchtfeuer, dem Schinkelturm, ist heute ein Museum. Der runde, noch aktive Leuchtturm bietet dir eine tolle Rundum-Sicht, wenn du die 180 Stufen hinauf geklettert bist. Und im einzeln, etwas abseits stehenden Peilturm findest du das Schmuckatelier Sonnenschmuck mit einem Verkaufsraum im unteren Bereich und dem eigentlichen Atelier oben in der Glaskuppel. Schmuck findest du dort für jeden Geldbeutel. Und die Versuchung war wirklich groß.

Erreichbar ist Kap Arkona mit den Leuchttürmen nur zu Fuß, mit dem Fahrrad oder einer Shuttlebahn direkt vom Parkplatz vor Putgarten. Wer eine Rundwanderung machen will: Ein schöner Küstenweg führt vom Peilturm zum kleinen Fischerdorf Vitt. Aus Zeitgründen haben wir uns aber wieder für den direkten Weg nach Putgarten entschieden. Begeistert haben wir uns dort für die kleinen Läden mit Kunsthandwerk. Besonders angetan hatte es mir dabei ein Laden mit handgeschöpftem Papier. Auch der Rügenhof im Ort hat Kreatives und Kulinarisches zu bieten. Sehr lecker waren hier die Fischbrötchen.

Baumwipfelpfad – Naturerbe Zentrum Rügen

Der Baumwipfelpfad bei Prora, unterwegs auf Augenhöhe mit Baumkronen und darüber hinaus – was gewaltig klingt, war für uns tatsächlich ein beeindruckendes Erlebnis. Auf einem gut ein Kilometer langen, leicht ansteigenden Holzweg sind wir hier entspannt durch den Blätterwald gestreift. Für Abwechslung sorgten dabei Erlebnisstationen, auf denen die Besucher zum Beispiel balancieren können – gut geschützt und vollkommen risikofrei natürlich. Und ganz nebenbei haben wir auch viel gelernt. Denn zahlreiche Informationstafeln erklären Wissenswertes rund um den Wald.

Eingangsschild am Rügener Baumwipfelpfad
Erklärungen rund um den Wald auf dem Rügener Baumwipfelpfad

Höhepunkt des Baumwipfelpfades ist im wahrsten Sinne des Wortes der Adlerhorst. Hier führte uns der Holzpfad spiralförmig über mehrere Ebenen bis auf 40 Meter Höhe. Auf jeder Ebene zeigt ein Ausstellungskasten das Gelege eines Vogels. Eine Tafel informiert über die jeweilige Vogelart. Oben im Adlerhorst angekommen hast du bei gutem Wetter wohl einen wunderbaren Blick über die Ostsee und den Bodden. Markante Punkte, die du dann entdecken kannst, sind auf der Brüstung ausgeschildert. Wir hatten leider herbstlichen Nebel.

Baumwipfelpfad - hölzerner Weg durch die Baumwipfel
Adlerhorst, Vogelnester und Erlebnisstation auf dem Baumwipfelpfad

Am Ende der informativen Wanderung über den Baumwipfelpfad wartet das Selbstbedienungs-Restaurant Boomhus mit einer recht großen Auswahl an Gerichten auf die hungrigen Wanderer. Da wir aber gleich nach dem Frühstück auf dem Pfad unterwegs waren, haben wir dort nur eine kurze Kaffeepause zum Aufwärmen eingelegt. Was du zum Restaurant auch noch wissen solltest: Dort ist es recht trubelig und laut. Für eine ruhige Pause eignet es sich also nicht.

Mit dem Rasenden Roland über Rügen

Dunkelgraue bis schwarze Dampfwolken, ein kräftiges Rattern und Schnaufen begleitet vom typischen Hupen – das kannte ich schon vom Rasenden Roland. Denn so zeigte er sich oft schon von weitem, wenn wir in der Nähe der Bahnstrecke mit dem Auto unterwegs waren. Gefahren war ich jedoch noch nie mit dieser schönen alten Schmalspurbahn. Zeit also, dies jetzt zu ändern.

der Rasende Roland bei seinem Halt im Bahnhof von Binz

Gleich mit dem ersten Zug morgens ging es von Göhren nach Binz. Zusammen mit einigen anderen Fahrgästen beobachteten wir zuerst einmal die Ankunft des Rasenden Rolands und die Rangierarbeiten der Lok. Was ab Baabe schon zur Herausforderung werden kann, war in Göhren noch leicht: einen Sitzplatz in den alten Waggons zu finden. Dabei ist es ein besonderes Erlebnis, zumindest einen Teil der Strecke auf der Plattform eines Waggons mitzufahren. So kannst du dir nicht nur den Fahrtwind – und den Ruß – um die Nase wehen lassen, sondern genießt echtes Dampfzug-Feeling.

Rasender Roland im Bahnhof, Haltestelle Jagdschloss Granitz und Hinweisschilder im Bahnhof Binz

Besonders gut gefallen hat uns, dass wir Rügen aus dem Rasenden Roland noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive entdecken konnten. Schließlich fährt die Schmalspurbahn zum Teil mitten durch Wälder und Felder. Und bei einem Tempo von maximal 30 Kilometern pro Stunde ist sie doch recht gemächlich unterwegs. Insgesamt braucht sie so für die Fahrt von Göhren nach Putbus mehr als eine Stunde. Wir werden uns den zweiten Teil der Fahrt ab Binz dann gerne beim nächsten Rügen-Aufenthalt anschauen.

Produkte der Insel entdecken

Immer wieder halte ich auf Reisen Ausschau nach regionalen Produkten. Und auch auf Rügen haben wir wieder ein paar Leckereien entdeckt. Orientiert haben wir uns diesmal an Flyern, die in unserem Hotel Fürst Jaromar auslagen. Erster Anlaufpunkt war für uns die Rügener Inselfrische. Schließlich hatten wir schon die leckere Vanillecreme auf dem Frühstücksbuffet probiert und wollten nun wissen, was die Molkerei noch mehr zu bieten hat. Was wir im Verkaufsraum in Poseritz dann entdeckten, machte sofort Lust auf mehr. Und so haben wir uns reichlich eingedeckt mit Frischkäse, Fruchtquark und Marmelade. Außerdem haben wir im hauseigenen Café noch eine Zitronenmolke und eine Tasse Kaffee genossen. Echt lecker. Für uns ist die Rügener Inselfrische eine klare Empfehlung.

das Gebäude der Meierei Rügener Inselfrische

Weiter ging es dann nach Garz zur Rügener Senfmanufaktur. Erst mal waren wir dort ziemlich überwältig von der riesigen Auswahl an hausgemachtem Senf. Da alle Sorten zur Verkostung angeboten werden, konnten wir nicht widerstehen. Einige Überraschungen waren tatsächlich dabei. Entschieden haben wir uns aber schließlich für recht „normale“ Sorten. Aber da die Manufaktur bei Dawanda auch übers Internet verkauft, werden wir wohl schon vor der nächsten Rügen-Reise nachkaufen und sicher weitere Sorten testen.

Kaffee und Molke im Café der Rügener Inselfrische, Joghurt-Dessert und Rügener Senf

Schließlich haben wir auf dem Rückweg zum Hotel noch die Mönchguter Hofbrennerei Zur Strandburg besucht. Die Fahrt nach Alt Reddevitz hat dabei schon etwas von Abenteuer. Denn über eine extrem schmale Straße geht es erst mal in den Ort. Und von dort fährst du dann auf einem ebenso schmalen Weg weiter bis zum Parkplatz auf einer Wiese. Da hoffst du wirklich, dass dir niemand entgegen kommt. Die Produkte lohnen aber wirklich einen Besuch. Neben Whisky bietet die Brennerei Kräuter- und Fruchtliköre sowie Obstbrände und Geiste. Und als nicht-alkoholischen Genuss führt sie Fruchtaufstriche und Schokolade.

Durchpusten lassen am Strand

Nicht umsonst heißt es: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung. Und daher gehört für uns der Strandspaziergang zu jedem Rügen-Urlaub dazu. Auch in diesem Jahr. Schön eingemummelt mit dickem Anorak und Schal ging es durch das Wäldchen direkt gegenüber vom Hotel in Thiessow über die Dünen an den Strand. Herrlich, sich den Wind durch die Haare wehen zu lassen. Wunderbar den Wellen zuzuhören, wie sie auf den Strand laufen. Und einfach nur schön, die Möwen zu beobachten.

unterwegs in den Dünen vor Thiessow mit Blick auf das Meer
Möwen in den Wellen beim Strandspaziergang
Blick in Richtung Bodden in Thiessow

Alleine waren wir auf unseren Strandspaziergängen denn auch nie. Kinder ließen ihre Drachen steigen, Hunde stromerten durch den Sand und andere Spaziergänger stemmten sich wie wir gegen den Wind. Bei zügigem Tempo konnte ein Frösteln gar nicht erst aufkommen. Und richtig warm wurde es uns dann anschließend in der Sauna. Ein wirklicher Genuss.

Ich wünsche dir allzeit schöne Reiseerlebnisse

Warst du schon auf Rügen? Wenn ja – zu welcher Jahreszeit warst du dort und was sind deine Highlights? Ich bin schon gespannt auf deine Tipps in den Kommentaren.

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Rügen - sogenannte Badewanne der Berliner und zu jederzeit eine Reise wert. 5 Tipps für eine Herbstreise auf die Insel erfährst du hier. #Rügen #Reisen #Herbsturlaub #Ostsee

Ich bin Martina und für mich zählen Reisen und kulinarische Genüsse zu den schönsten Dingen der Welt. Hier auf Places and Pleasure teile ich mit euch meine Erlebnisse und Erfahrungen rund ums Reisen. Außerdem erfahrt ihr gute Adressen und lernt leckere und interessante Produkte kennen.

2 KOMMENTARE

  1. Rügen ist einfach zu jeder Jahreszeit schön, auch wenn der Himmel grau ist und der Regen senkrecht fällt. ;-) Ich muss auch mal wieder hin, ist ja von Kiel nicht weit. Toller Artikel und schöne Bilder!

    Herzlich,
    Anna

    • Das freut mich sehr, dass dir der Artikel und die Bilder gefallen haben.
      Ich war auch sehr froh, dass es in diesem Jahr mal wieder mit einer Rügen-Reise geklappt hat. Mal sehen, wann es wieder auf die Insel geht. Wenn du dann hinfährst, wünsche ich dir eine schöne Zeit.
      Herzliche Grüße nach Kiel
      Martina

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